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«Fragen & Antworten»

Jedes Kind ist einzigartig und alle Familie sind unterschiedlich. Und doch tauchen bei vielen Eltern ähnliche Fragen auf. Unter «Fragen & Antworten» veröffentlichen wir deshalb Beispiele von Online-Beratungen.

Die publizierten Fragen sollen aufzeigen, mit welchen Anliegen sich Eltern und Ratsuchende an die Pro Juventute Elternberatung wenden. Vielleicht finden Sie unter den Antworten auch gleich hilfreiche Antworten und Tipps für den eigenen Familienalltag.

Die Online-Beratungen werden so anonymisiert, dass keine Rückschlüsse auf Personen und individuelle Umstände möglich sind. Falls Sie einer Veröffentlichung nicht zustimmen, teilen Sie uns dies bitte mit.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Nutzungsbestimmungen.

Häufige Fragen in der Elternberatung (Anonymisierte Beispiele)

Wie bringen wir unseren 2.5 jährigen Sohn dazu, in seinem eigenen Bett ein- und durchzuschlafen?

Wie bringen wir unseren 2.5 jährigen Sohn dazu, in seinem eigenen Bett ein- und durchzuschlafen?

Frage:
Mein Sohn ist 2.5 Jahre alt. Unser Problem ist, dass er absolut nicht in seinem Bett schlafen will. Um ca. 20 Uhr bringen wir ihn ins Bett und wenn er dann mal schläft, wacht er spätestens um ca. 1.30 Uhr auf und will sich nicht mehr hinlegen.

Wir bringen ihn wieder zurück ins Bett. Sobald wir aus dem Zimmer gehen, fängt er an zu weinen. Mehrere Male versuchen wir ihn in seinem Bett zu beruhigen. Leider bringt das nichts. Im Gegenteil, wir haben das Gefühl, dass es immer schlimmer wird. Nach mehreren Versuchen nehmen wir ihn halt doch zu uns.

Andere Leute sagen uns, wir sollen ihn schreien lassen. Das möchten wir nicht. Wir möchten eigentlich nur, dass er einen Rhythmus findet und ruhig schlafen kann. Wir wären froh um Tipps. Danke im Voraus.

Antwort:
Liebe Eltern. Vielen Dank für Ihre Mail und Ihr Vertrauen. Aus Ihren Zeilen entnehmen wir, dass Sie verantwortungsvolle Eltern sind und Ihr Kind liebevoll begleiten.

Das Ein- und Durchschlafen der Kinder ist für die meisten Eltern eine grosse Herausforderung und um es grad vorweg zu nehmen: es gibt dafür nicht DIE richtige Lösung. Vielmehr geht es darum, dass Sie in Ihrer Familie einen Weg finden, wie Sie diese Zeit gut zusammen durchstehen. Wenn das «zu sich nehmen» hilft und Ihnen entspricht, dann ist dagegen gar nichts einzuwenden.

Wir lesen aus Ihren Zeilen, dass es Ihnen wichtig ist, dass Ihr Sohn Ruhe findet und Sie ihn nicht schreien lassen wollen. Oft stehen die Ein- und Durchschlafprobleme im Zusammenhang mit der Entwicklungsphase des Kindes. Im zweiten Lebensjahr macht das Kind einen grossen Schritt Richtung Selbständigkeit. Die Kehrseite davon ist das Gefühl des Alleinseins. Dies äussert sich bei sehr vielen Kindern beim Zubettgehen und beim nächtlichen Aufwachen. Das Kind sucht und braucht dann speziell Geborgenheit und Wärme. Die Erlebnisse des Tages können noch beschäftigen und vielleicht ängstigen.

Die meisten kleinen Kinder müssen erst lernen, sich selber zu beruhigen und allein einzuschlafen. Das gelingt nicht allen gleich schnell. Manchmal hilft ein Gegenstand, wie z.B. ein ‚Nuscheli‘, ein Stofftier, oder eine Puppe, die als Übergangsobjekt dienen, damit sich das Kind selber beruhigen kann. Vielleicht lässt sich das Einschlafritual etwas ausdehnen, etwa passende, ruhige Musik laufen lassen oder neben ihrem Sohn sitzen, evtl. mit einer Hand in einer ruhigen Bewegung vom Haaransatz über die Stirn und die Augen streichen.

Manche Eltern richten für diese Zeit ein Familienbett ein oder erweitern ihr Abendritual; das alles sollte so gestaltet sein, dass es in Ihren Familienalltag passt.

Wir hoffen, dass Sie in unseren Anregungen etwas finden, das Ihnen zusagt und das Sie ausprobieren können.

Viel Kraft wünscht Ihnen
Pro Juventute Elternberatung

Darf ich meine 14 und 17 Jahre alten Söhne für eine Woche alleine zuhause lassen?

Darf ich meine 14 und 17 Jahre alten Söhne für eine Woche alleine zuhause lassen?

Frage:
Ich habe eine Frage zur Aufsichtspflicht. Ich bin alleinerziehend. Meine Söhne sind 14 und 17 Jahre alt. Da ich mich dringend etwas vom Stress im Berufsalltag erholen muss, möchte ich für eine Woche wegfahren. Meine Söhne sind eigentlich verantwortungsvoll. Da ich befürchte, dass mein Umfeld Schwierigkeiten machen könnte, frage ich mich, ob ich das darf und soll. Könnten Sie mir da weiterhelfen?

Antwort:
Guten Tag. Ab wann und wie lange Kinder oder Jugendliche alleine gelassen werden können, ist eine Frage, die viele Eltern beschäftigt. Wie so vieles in der Erziehung ist diese Frage nicht allgemeingültig zu beantworten, sondern hängt vom persönlichen Entwicklungsstand des Kindes/Jugendlichen ab.

Wichtig ist, dass die Eltern im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht dafür sorgen, dass ihr Kind vor Schaden bewahrt wird und auch selbst niemandem Schaden zufügt. Das bedeutet: die Eltern entscheiden, ob sie ihren Kindern oder Jugendlichen zutrauen alleine daheim zu bleiben.

Sie schreiben, dass Ihre Söhne verantwortungsvoll sind. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine solche Entscheidung.

Hilfreich bei der Entscheidungsfindung könnten zudem folgende Überlegungen sein:

  • Sind Ihre Söhne schon öfters alleine geblieben, haben sie also etwas Übung darin?
  • Verfügen Ihre Söhne bereits über die Fähigkeit, Gefahren abzuwägen?
  • Haben Ihre Söhne genügend Wissen darüber, wie sie sich im Ernstfall verhalten müssen?
  • Wie schnell können Sie oder ein Bekannter notfalls bei Ihren Söhnen vor Ort sein?
  • Sind Nachbarn/Bekannte/Verwandte erreichbar, an die sich Ihre Söhne bei Bedarf wenden können?

Das Jugendalter ist dazu da, dass Jugendliche sich zu selbständigen und verantwortungsbewussten Menschen entwickeln. Am besten gelingt das mit neuen Erfahrungen, bei denen sie üben und Erfolgserlebnisse sammeln können.

Wir hoffen, Ihnen mit unseren Anregungen weiter zu helfen. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, können Sie uns jederzeit auch anrufen.

Freundliche Grüsse
Ihre Pro Juventute Elternberatung

Unser 4 Jahre alter Sohn benutzt Schimpfwörter, die er in der Kita aufgeschnappt hat. Wie sollen wir uns verhalten?

Unser 4 Jahre alter Sohn benutzt Schimpfwörter, die er in der Kita aufgeschnappt hat. Wie sollen wir uns verhalten?

Frage:
Unser Sohn ist fast 4 Jahre alt und geht seit kurzem in die Kita. Was er einerseits sehr liebt, andererseits ist es schwierig, wenn er gewisse Verahltensweisen mit heimbringt. Zum Beispiel ganz deftige Schimpfwörter. Wenn wir sagen, dass wir das nicht wollen, wirft er mit Schimpfwörtern zurück. Wir erklären ihm dann, dass wir uns in unserer Familie nicht beschimpfen.

Manchmal sagen wir ihm auch, dass es uns wütend und traurig macht. An anderen Tagen werden wir wirklich wütend und sagen ihm, dass er für eine bestimmt Zeit in seinem Zimmer bleiben muss.
Wir verstehen schon, dass er seine Wut ausdrücken will, finden aber, dass es nicht geht, wenn er uns anschreit und beschimpft.
Könntet ihr uns Tipps geben? Danke zum Voraus.

Antwort:
Vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Vertrauen. Ein spannendes Thema, mit dem Sie da konfrontiert sind. Viele Kinder möchten die Wörter ausprobieren, die sie auf dem Spielplatz oder in der Kita aufschnappen. Sie entdecken dabei die Macht der Sprache und spielen damit. Das ist interessant für sie und eröffnet eine neue Welt, mit der sie sich abgrenzen; es ist spannend und macht Spass, mit solchen Wörtern Reaktionen herbeizurufen und sie verwenden diese ganz unbefangen.

In solchen Situationen ist es hilfreich, wenn sie diesen Wörtern möglichst keine Aufmerksamkeit geben, sonst wird es erst recht interessant. Wenn die Reaktionen ausbleiben, ist es plötzlich nicht mehr spannend für ihn.

Manchmal verwenden Kinder solche Ausdrücke aber auch, wenn sie noch nicht differenziert genug kommunizieren können. In solchen Situationen ist es für sie einfacher und schneller, mit Kraftausdrücken ihren Frust loszulassen. Wenn er aus Wut oder Ärger solche Wörter äussert oder zum Dampf ablassen, dann ist verbieten wenig hilfreich. Stattdessen könnten Sie ihm helfen, das Gefühl zu benennen; z.B. «Du bist wütend, das verstehe ich». Das hilft ihm, die vielen noch unklaren Gefühle einzuordnen und ihnen Namen zu geben.

Ihr fast 4 jähriger Sohn kann schon oft verstehen, was richtig und was falsch ist. Es ist wichtig, dass Sie ihm erklären, dass solche Wörter bei Ihnen nicht gesagt werden und warum. Allerdings ist es wirksamer, dies in einem ruhigen Moment zu tun und nicht dann, wenn er grad am Schimpfen ist. Es braucht Zeit und Übung, bis er lernt, die Normen, die bei Ihnen gelten, einzuhalten und es ist ratsam, ihm diese Zeit zu geben.

Wichtig zu wissen ist, dass er dies nicht aus Böswilligkeit macht oder um sie absichtlich zu verletzen, sondern weil er einen Umgang mit seinen Entwicklungsschritten sucht. Wir hoffen, dass Sie aus unserer Antwort etwas Nützliches entnehmen können. Wir wünschen Ihnen viel Freude und Geduld mit dem kleinen Wortjongleur.

Ihre Pro Juventute Elternberatung

Wie oft kann/soll unser 11.5 Jahre altes Kind am Wochenende bei anderen Kindern übernachten dürfen?

Wie oft kann/soll unser 11.5 Jahre altes Kind am Wochenende bei anderen Kindern übernachten dürfen?

Frage:
Guten Abend. Unser 11.5 Jahre alter Sohn möchte so viel Zeit wie möglich mit seinem gleichaltrigen Freund aus der Klasse verbringen. Auch am Wochenende und dann am liebsten mit Übernachtung. Er kann nicht verstehen, dass wir ihm das nicht jedes Wochenende erlauben wollen. Wie oft kann/soll ein Kind mit anderen Kindern das Wochenende verbringen dürfen? Gibt es da irgendwelche Angaben?

Wir Eltern haben den Eindruck, dass zwei Wochenende pro Monat genügen sollten. Denn sonst bestünde keine Möglichkeit mehr, mit dem eigenen Kind ein Wochenende gemeinsam zu verbringen. Danke zum Voraus.

Antwort:
Guten Tag. Danke für Ihre Anfrage und Ihr Vertrauen. Um es vorwegzunehmen: Wir möchten Sie in Ihrer Ansicht bestärken. Jede Familie hat ihre eigenen Regeln. Sie als Eltern sind der Ansicht, dass es reicht, wenn Ihr Sohn pro Monat zwei Wochenende mit dem Kollegen verbringen darf.

Ihr Sohn wünscht sich mehr und kann diese Regel schlecht akzeptieren. Das ist aus der Sicht des Jungen verständlich und dennoch: jede Familie hat ihre Regeln und Sie als Eltern legen sie fest. Für Eltern kann es anstrengend sein Regeln aufzustellen und diese auch durchzusetzen. Im Zusammenleben mit Kindern und Jugendlichen sind eigene Regeln und Ansichten wichtig. Indem sie für diese Regeln einstehen und sie durchsetzen sind Sie im Kontakt mit dem Sohn und zeigen ihm, dass er Ihnen wichtig ist.

Einerseits kommen Sie als Eltern seinem Wunsch nach, dass er zwei Wochenende mit dem Kollegen verbringen darf. Andererseits zeigen Sie ihm, du bist unser Sohn und wir wollen am Wochenende auch Zeit mit dir verbringen. Sie versuchen beiden Teilen gerecht zu werden.
In dem Sinne wünschen wir Ihnen Mut und Kraft zu ihren Regeln in ihrer Familie. Kinder dürfen ihre Vorschläge und Wünsche einbringen, je nach dem wird darauf Rücksicht genommen, manchmal wird ausgehandelt und manchmal sind Regeln nicht verhandelbar.

Freundliche Grüsse
Ihre Elternberatung Pro Juventute

Meine 18 Jahre alte Tochter nimmt vermutlich Drogen. Was soll ich tun?

Meine 18 Jahre alte Tochter nimmt vermutlich Drogen. Was soll ich tun?

Frage:
Ich bin alleinerziehender Vater einer bald 18 jährigen Tochter und mache mir grosse Sorgen, da ich den Eindruck habe, dass sie Drogen nimmt. Leider tun dies ihre KollegInnen auch. Ihr Handy klingelt oder vibriert dauernd. Sie ist während der Nacht unterwegs und schläft daheim bis in den Nachmittag.

Sie nimmt nicht mehr an unserem Familienleben teil, sie isst nicht mit uns. In ihrem Zimmer ist es dunkel und die Türe abgeschlossen.
Manchmal geht sie mitten in der Nacht raus und wenn ich sie anrufe, ist ihr Handy ausgeschaltet. Sie will nicht sagen, wohin sie geht und mit wem sie unterwegs ist.

In der Ausbildung hat sie noch eine letzte Chance bekommen. Ich habe versucht mit ihr über ihre Zukunft zu reden, aber sie möchte nicht darüber sprechen. Ich habe Angst, dass meine Tochter sich ihre Zukunft kaputt macht. Als ich ihr das sagte, hat sie mich einfach ignoriert. Ich bitte Sie um Rat.

Antwort:
Guten Tag. Ihre Zeilen veranschaulichen gut, in welcher schwierigen und herausfordernden Situation Sie sich befinden. Auch ist deutlich herauszulesen, welche Sorge Sie um Ihre Tochter haben und wie Sie sich Unterstützung für sie wünschen.

Sie schildern eine besorgniserregende Situation, in welcher sich Ihre Tochter befindet. Es scheint für ihre Tochter schwierig geworden zu sein, sich um sich selbst zu kümmern. Der Tag- und Nachtrhythmus ist verdreht, die Arbeitsstelle steht auf dem Spiel, sie nimmt am Familienleben kaum mehr teil. Sie haben mehrfach versucht das Gespräch mit ihr zu suchen. Jedoch haben Sie den Eindruck, dass Ihre Tochter abblockt.

Gut bleiben Sie mit dieser schwierigen Situation nicht alleine und suchen nach hilfreichen Möglichkeiten. Es ist ein grosser und mutiger Schritt in einem solchen Moment nach aussen zu treten.
Beispielsweise können Sie auf einer Familienberatungsstelle oder auf einer Suchtberatungsstelle  als Vater Rat suchen und besprechen, was Sie tun können. Eventuell bieten sie dort auch eine längerfristige, professionelle Begleitung an, welche Sie und Ihre Tochter in Anspruch nehmen können. Auf unserer  Webseite finden Sie spezifische Adressen, welche in Ihrem Wohnkanton angeboten werden.

Veränderungen brauchen Zeit und Geduld, dazu wünschen wir Ihnen Mut und Kraft. Wir hoffen Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben. Ansonsten und vor allem in akuten Situationen  sind wir auch telefonisch 24h erreichbar.

Freundliche Grüsse
Pro Juventute Elternberatung

Leidet meine Frau an postnataler Depression?

Leidet meine Frau an postnataler Depression?

Frage:
Ich mache ich mir Sorgen um meine Frau. Kurz nach der Geburt des zweiten Kindes (6 Mt.) hat sie sich stark verändert. Sie ist ständig müde, lustlos und alles ist ihr zu viel – auch unser Sohn. Sie weint viel. Ich habe gehört, dass Frauen nach der Geburt eine Postnatale Depression oder einen Baby Blues haben können. Kann das sein und was kann ich da tun?

Antwort:
Die Veränderungen Ihrer Frau, die Müdigkeit, die Freudlosigkeit, das tönt in der Tat ernst. Da die Geburt des zweiten Kindes nun sechs Monate her ist, kann das kein «Baby Blues» mehr sein, denn dieser taucht in den ersten drei, vier Tagen nach der Geburt auf und ist hormonell bedingt. Die Frauen müssen dann oft ohne ersichtlichen Grund viel weinen, deshalb taucht Baby Blues auch unter dem Namen «Heultage» auf. Das Ganze verschwindet nach 1 – 2 Tagen wieder und ist ausgestanden.

Eine Postpartale Depression (Postnatale Depression) kann wenige Wochen nach einer Geburt auftauchen und von einigen Wochen und Monaten bis zu Jahren andauern. Je früher Hilfe einsetzt, desto besser. Die Ursachen sind ganz verschieden (z. B. körperlich, psychisch, die Geburt, das Umfeld). Auch Väter können übrigens eine postpartale Depression erleiden. Meist spielt die Erschöpfung nach der Geburt eine grosse Rolle. Momentan geht man davon aus, dass 10 – 20% der Frauen nach einer Geburt betroffen sind. Die Ausprägung kann unterschiedlich stark sein. Auf der Seite von Postnatale Depression Schweiz finden Sie noch viele nützliche Informationen.

Sie erleben eine grosse Veränderung bei Ihrer Frau. Ob es sich tatsächlich um eine postpartale Depression handelt kann nur eine Fachperson beurteilen. Es ist also wichtig, dass Sie dies abklären lassen. Wird eine postpartale Depression erkannt, hat diese gute Heilungschancen. Meist hilft eine Entlastung und Hilfe von aussen schon sehr viel. Viele Frauen brauchen für eine gewissen Zeit auch die Unterstützung einer Gesprächstherapie und Medikamente.

Ist Ihre Frau in der Lage und bereit, sich einer Fachperson (z. B. ihrer Ärztin, ihrem Arzt) anzuvertrauen? Eine erste Anlaufstelle könnte auch die Mütter- und Väterberaterin Ihrer Gemeinde sein. Falls das schwierig sein sollte, welche Art von Unterstützung können Sie ihr anbieten?

Wie Sie tragen Väter in einer solchen Situation meist viel. Wie können Sie sich erholen? Wer kann Ihnen im Moment beistehen?

Wenn Sie weitere Fragen haben können Sie sich gerne wieder an uns wenden. Wir helfen Ihnen auch gerne, ein regionales Hilfsangebot zu finden.

Was kann ich tun, damit mein Sohn endlich seine Hausaufgaben macht?

Was kann ich tun, damit mein Sohn endlich seine Hausaufgaben macht?

Frage:
Unser Sohn ist 9 Jahre alt und ist jetzt in die 3. Klasse gekommen. Sein letztes Zeugnis war nicht gut, was auch das Resultat davon ist, weil er zu wenig oder keine Hausaufgaben macht. Er ist nicht interessiert daran zu lernen oder wohl einfach auch etwas zu faul. Wie können wir ihn motivieren?

Antwort:
Hausaufgaben sind eine komplexe Angelegenheit, bei der viele Bedürfnisse aufeinanderprallen. Als Eltern betrachten Sie mit Sorge die schulischen Leistungen Ihres Sohnes. Sie erkennen, dass die Hausaufgaben mit zur Bilanz des Zeugnisses beitragen.

Wie lautet die  Erklärung Ihres Sohnes dafür, dass er die Hausaufgaben so erledigt wie er es eben tut? Erkennt er wie Sie einen Handlungsbedarf? Eltern haben ja oft einen etwas anderen Blick darauf als die Kinder selber. Wenn es Ihnen als Eltern gelingt, in einer neugierigen (nicht bereits besser wissenden oder verurteilenden) Haltung mit ihm über die Hausaufgaben zu sprechen, können Sie von ihm erfahren, wie er die Dinge sieht. Davon ausgehend können Sie miteinander Lösungen suchen – unabhängig davon, wo Sie die Gründe und Lösungen sehen. Fragen Sie Ihren Sohn direkt nach seinen Ideen und Vorschlägen. Sie können miteinander auch ganz praktische Dinge besprechen, wie zum Beispiel Wochenpläne, Gestalten der Lernumgebung…

Wenn sich Ihr Sohn in seiner Sicht der Dinge respektiert und unterstützt fühlt, kann das für ihn sehr motivierend sein. Wie schätzt der Lehrer, die Lehrerin die Situation ein? Wie nimmt er/sie Ihren Sohn und seine Möglichkeiten wahr?

Sie sprechen davon, dass Ihr Sohn kein Interesse am Lernen hat, dass er vielleicht auch zu faul sei. Gehen Sie doch einmal auf die Suche nach Situationen, in denen Ihr Sohn gerne gelernt hat. Das müssen nicht nur klassische Schulsituationen sein, es gibt viele Möglichkeiten im Alltag zu lernen: Wo hat er zum Beispiel interessiert zugeschaut und es nachher selber gemacht? In solchen Situationen können Sie Hinweise erhalten, wie Ihr Kind lernt.

Hausaufgaben können schnell zu einem Reizthema in der Familie werden. In diesem Fall wäre es vielleicht eine Idee, wenn Ihr Sohn Hausaufgabenhilfe in Anspruch nehmen kann. Viele Schulen bieten dies mittlerweile an.

Leidet meine Tochter an Essstörungen?

Leidet meine Tochter an Essstörungen?

Frage:
Meine Tochter ist 12 Jahre alt. Seit ein paar Monaten hat sich ihr Essverhalten verändert und sie hat damit 10 kg abgenommen (sie wog eher etwas zu viel). Sie ist 158 cm und wiegt 40 kg. Das ist zu wenig und ich befürchte, dass sie eine Essstörung (Anorexie) entwickeln könnte. Wenn ich mit ihr darüber sprechen will, blockt sie ab. Haben Sie mir einen Rat, wie ich mich verhalten soll?

Antwort:
Es ist verständlich, dass Sie sich um das Essverhalten und die grosse Gewichtsabnahme Ihrer Tochter Sorgen machen. Die Situation die Sie beschreiben ist herausfordernd. Es gilt herauszufinden, wie es Ihrer Tochter geht und wie sich ihr Essverhalten weiterentwickelt.

Sie sagen, dass Ihre Tochter zu wenig wiegt. Es kann sein, dass sie durch die Gewichtsabnahme und durch ihre Grösse etwas mager erscheinen kann – das Gewicht ist auf der Gewichts- und Grössenkurve gut positioniert und damit im Moment in Ordnung. Es ist jedoch empfehlenswert die beachtliche Gewichtsabnahme Ihrer doch noch jungen Tochter mit dem Kinderarzt zu besprechen, besonders, wenn diese in kurzer Zeit erfolgt ist.

In der Pubertät fühlen sich Mädchen wie Jungs oft nicht recht wohl in der eigenen Haut. Dabei kann der Wunsch schlank zu sein das Essverhalten der Jugendlichen beeinflussen. So, wie es bei Ihrer Tochter offenbar geschieht. Nicht jedes auffällige Essverhalten muss in einer Essstörung münden, dennoch ist es gut, aufmerksam zu beobachten und dieses anzusprechen.

Es kann für ihre Tochter viele Gründe geben, wozu sie nicht mit Ihnen über ihr Essverhalten sprechen kann. Bestimmt spürt sie Ihre Sorge. Die Arbeitsgemeinschaft Essstörungen ES empfiehlt folgendes:

  • die Sorge klar äussern
  • zeigen, dass Ihnen das Wohlergehen der Tochter wichtig ist
  • mitteilen, was Ihnen auffällt
  • Vorwürfe vermeiden
  • Verständnis zeigen ohne das Essverhalten gutzuheissen
  • das Essverhalten nicht während dem Essen ansprechen
  • Fragen, wie Sie helfen können

Aus gutgemeinter Sorge kann sich sehr schnell vieles nur noch um das Essen drehen. Hat Ihre Tochter andere Vertrauenspersonen, mit denen sie eher darüber sprechen könnte? Sie kann auch bei der Beratung + Hilfe 147 anrufen. Die Gespräche sind vertraulich.

Aber nicht nur Ihre Tochter braucht Unterstützung, auch für Sie als Eltern kann das hilfreich sein. Sie finden auf unserer Website unter  «weitere Fachstellen» Angebote, wo Sie sich beraten und begleiten lassen können. Gerne können Sie uns auch anrufen unter 058 261 61 61, manchmal ist das einfacher.

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